EINLADUNG

Lass uns im Internet die Netikette beherzigen.

Das war zum Anfang des privaten Internet eine gute Einstiegsaufforderung!

Die Nettikette, Netiquette o. ä. hilft noch heute beim Cyber-Spaß.

Da wird manches angeregt, es wird u. a. geraten, Zoten und Verbalinurien zu vermeiden.

Die Nettikette ist eine Hilfe, Zuwiderhandlungen werden nicht verfolgt. Manchmal wäre es wünschenswert, aber es gibt ja keine internationalen Moderatoren.

Aber: Wir kriegen alle die Cyber-Atmosphäre, die wir verdienen…

Fragen nach dem Beruf habe ich während meiner Auslandsaufenthalte überraschenderweise nie gestellt bekommen.

Bei Partys in unseren Breiten egal wo ist man ja rasch mit diesem Thema zur Hand, weil uns die Regeln der Konversation entfallen sind. Ich frage dann gerne „Oh! Sind Sie Arbeitsvermittler? Wollen Sie mir Arbeit verschaffen?“

Natürlich ist das tödlich für die weitere Gesprächsatmosphäre, ich werde selten schroff und bereue das später, wenn ich michhabe gehen lassen.

Zugegeben, auch mir schwillt schon mal der Kamm, oder mich reitet der Schalk. Dann erlaube ich mir, auf einen groben Klotz auch mal einen spitzen oder groben Keil zu setzen.

Es interessiert mich wirklich überhaupt nicht, welche Einkommensquellen jemand hat.

Wenn ich dann aber auf die Frage wirklich mal antwortete: „Ich bin Börsen-Agent.“, dann erlosch das Gespräch auch ganz schnell.

Das kann mir aber heute noch passieren, wenn Party-Gäste durch Flüstereien oder Vorab-Gespräche erfahren, dass ich so gut wie möglich spirituell lebe, einen hochinteressanten Bücherschrank habe und ein Berufsastrologe bin.

Den Sternzeichen-Gesprächen weiche ich aus, wenn sie mit den Worten beginnen „Sagense doch ma eben…“ Kein Mensch käme auf die Idee einen RA zu fragen „Könnense ma eben wat zu meinem Vertragsprozess sagen…“

Empathie scheint auch ein Fremdwort zu sein Im Bekanntenkreis haben wir einen Mann, der (seine Frau riet ihm, mich wegen meines alten Berufszweiges zu fragen) seine Altersversorgung (ca. 300 000 Euronen) in einem Fond verzockt hat.

Und nun hohnepipelt ihn auf jeder unserer Partys immer derselbe Typ mit der Blöd-Phrase „Hömma, du weißt doch dat mer hück dreißisch-vierzisch-dausend Euro usjäwe muss für ne Wagen!“. Ohne jeden Anstand mutet er das diesem Kumpel zu, der sein Leben lang nur elegante Spitzfahrzeuge fuhr und nun einen alten Ford-Escort bewegt.

Zurück zum Cyber-Thema: Ich würde es, zumal wenn ich in Deinem Internet-Profil oder in Deinem Gästebuch quasi gelistet bin, nicht gern sehen, wenn Du Dich an Boykott-Aufrufen gegen Firmen oder an Mobbing-Aufrufen gegen Personen beteiligst oder derartige Threads im Forum aufstellst.

In solchen Fällen würde ich sofort die Ignore-Funktion an Deinem Profil ausprobieren.

Ich will eher von Dir Dinge erfahren, die nicht in einem dieser allzu knappen Portal-„Profile“ stehen können.

Es hat ja längst nicht jede(r ) einen Blog oder eine Homepage und schreibt über seine Gedanken zum Alltag.

Appropos Alltag:

Hast Du in Deinem Alltag Sehnsüchte entwickelt? Hast Du Deine Kreativität (Schreiben, Malen, Gartenarbeit etc.) entdeckt? Oder ist das alles durch Alltagsbelastungen unterdrückt worden und unterdrückt geblieben?

Hast Du im engeren sozialen Umfeld jemanden, der Dein Innerstes berührt?

Die Netikette rät, das Thema Lebensalter auszuklammern. Aber Dein Lebensalter interessiert mich auch nicht wirklich. Auch nicht das Wunsch-Datum, bei dessen Erreichen Du endlich all die Dinge in Angriff nehmen willst, die Du längst hättest tun sollen/wollen.

Ich will eher von Dir erfahren, ob Du Ideale hast (und welche …) und woher sie kommen und ob Du sie gefunden hast und wie Du sie gefunden hast. Oder ob sie vielleicht sogar Dich von selber gefunden haben.

Ich will erfahren, was Du unternommen hast, um Deine Idealvorstellungen zu realisieren oder sich ihnen zu nähern und ob Du Unterstürzung gefunden hast oder ob man Dir Knüppel zwischen die Beine warf und wirft. .

Erzähl mir, wie Du Dich verhalten hast, wenn es in Deinem Leben Rückschläge gab!

Hast Du dann resigniert oder bist Du rasch wieder aufgestanden um wieder für Deine Ideale einzustehen bzw. Deine Bemühungen fortzusetzen?

Hast Du je eine saftige Blamage riskiert oder wirst Du je die Blamage riskieren, wie ein Narr auszusehen, für Deine Liebe, für Deine Träume, für Deine Ideale, wenn Du je welche hattest … Das Leben ist ein Abenteuer, es gibt nichts wahrhaft Langweiliges; es gibt aber auch für nichts Garantien. .

Lass mich wissen, ob der Gram über eine verflossene Liebe oder eine Verbitterung, wie sie sich im Alltag unseres menschlichen Lebens manchmal schier zwangsläufig ereignet, Dich verändert/verbiestert hat.

Was hat Dein Kummer mit Dir gemacht? Hast Du ihm kampflos einen Platz in Deinem Leben überlassen? Hast Du Dich von allem und allen verlassen und verraten gefühlt?

Hast Du Dich durch Rückzug allen Komplikationen entzogen? Hast Du Dich aus Furcht vor weiterem Schmerz, bzw. vor lauter Bindungsangst, allen und allem gegenüber verschlossen?.

Bist Du an Deine Toleranzgrenze gestoßen? Bist Du auch mal ausgerastet oder hast Du alles verdrängt, alles geschluckt?

Kannst Du dennoch vor Freude auch mal alles um Dich herum vergessen und Dich von Ekstase erfüllen lassen, zu singen oder zu tanzen, ohne Dich zurückzunehmen, vorsichtig zu sein, ohne an den Alltag zu denken? .

Würdest Du u. U. jemanden enttäuschen, um Dir selber treu zu bleiben?

Wie gehst Du mit Deiner sozialen Umgebung um? Begegnest Du NachbarInnen und KollegInnen mit Respekt? Wie reagierst Du auf die menschlichen Marotten anderer?

Kannst Du ohne Neid sein, wenn Dir Menschen ein wenig, in welcher Hinsicht auch immer, überlegen sind?

Ich will wissen, ob Du gute Manieren schätzt und selber gute Manieren hast.

Ich will auch wissen, ob Du weißt, wann es richtig ist, die guten Manieren beiseite zu lassen.

Kannst Du mit Dir und anderen wahrhaftig sein?

Hast Du einen klaren Blick für Deine Umgebung?

Ist es Dir gelungen, in Dir selbst zu ruhen?

Welche Rolle spielt das Thema Achtsamkeit in Deinem Leben?

Weißt Du die bildenden Künste zu schätzen? Kannst Du Dir und anderen die Geschichte der Malerei plausibel erklären?

Kannst Du die Stilrichtung von architektonischen Werken auseinander halten?.

Kann ein Gedicht, ein Roman, ein in Lyrik verfasster Gedanke Dich wegtragen?.

Kannst Du Deine Gedanken zum Teil zu Papier oder in eine PC-Datei bringen, weil Du Dich kennst und zu Deinen Gedanken stehst?.

Hast Du einen Blick für Schönheit auch dann, wenn nicht jeder Tag ein schöner Tag ist, und schöpfst Du dankbar Dein Leben aus SEINER Hand?

Hast Du schon einmal mit dem ganzen Körper gebetet?

Wirst Du mir irgendwann erklären wollen, erklären können, was Dir heilig ist?

Kannst Du mit etwaigen Fehlschlägen leben, kannst Du trotz dieser Fehlschläge zum Leben laut und deutlich JA sagen ohne Dir selber Leid zu tun oder mit Deinem Schöpfer zu hadern?.

Egal, wo auf der Welt Du lebst, ob Du einen Mac oder einen normalen PC hast:

Natürlich kann das verspielte Versenden von Musik-Clips etc. ein kleines Signal sein. Aber früher oder später will ich gerne von Dir im Klartext erfahren, ob Du aus dem tiefen Dunkel der Schmerzen und der Verzweiflung, wenn auch müde und völlig zerschlagen, aufstehen kannst, um den Alltag wieder aufzunehmen.

Weißt Du aus eigener Erfahrung, was ein Schulterschluss, was Freundschaft. Liebe, Leidenschaft ist?

Erzähl mir irgendwann, was Dich innerlich aufrecht hält, wenn alles abfällt.

Kannst Du gut mit Dir alleine sein in den einsamen Momenten des Lebens?.

Ich hätte mich kürzer ausdrücken können; es läuft auf Folgendes hinaus:

Ich will wissen, wie Deine Antwort lautet auf die Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.

Bernd
Astromant bei Tag und Nacht

Wir lesen uns

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.