Blogging

Die Zahl der Blogger wächst und wächst!

Bloggen oder Blogging, das ist Weblog, Cyber, Blogging, Homepage, Webpage…

Die Entwicklungen des Internet sind zum Teil atemberaubend.

Ich genieße die verschiedenen Kommunikations-Möglichkeiten, die mir das Internet bietet, seit den 1990er Jahren.

Funkamateur zu werden, das war mein unbezahlbarer, unerfüllbarer Wunsch seinerzeit Dieser Wunsch scheiterte an den damaligen Prüfungs- und Lizenz-Gebühren der alten „Post“.

Durch meinen Freund Günter H. kam ich vor etlichen 1990er Jahren an ein gebrauchtes Modem und eine AOL-Diskette. Das machte mir sehr bald sehr viel Spaß, und zwar weit mehr als ich m. E. als Funkamateur je hätte haben können.

Cyber weltweit? Daran hatte ich zwar zunächst nicht gedacht. Da ich meinen PC nicht mit Texten „belasten“ wollte, lagerte ich Texte in kostenlosen WebMart-Foren und Beepworld-Fertig-Homepages ein.

Amüsant ist, dass ich eine Zeitlang nicht wusste, was mit dem Begriff „Weblog“ gemeint ist. Unbewußt habe ich Ende der 1990er Jahre mein erstes „Weblog“ in Form eines kostenlosen schmucklosen Forums „Ein Kessel Buntes“ begonnen.

Die Foren und Homepages (meine erste Mini-HP mit Chat-Funktion war amerikanisch) erleichterten mir die Sysiphus-Arbeit, eine Gliederung und ermöglichten mir auf einfache Weise so etwas wie Ordnung und eine gewisse Struktur in meine unübersichtlichen Texte zu bringen, die ich damals einfach in die Textverarbeitung „gehauen“ hatte.

Inzwischen gibt es „Blogging“ in aller Welt und in allen Sprachen zu allen Themen. Manche dieser Blogs habe ich per Favoritenliste gespeichert oder sonstwie per Newsletter abonniert.

Einige lassen sich mit Gewinn lesen weil sie von Autoren geschrieben werden, die ähnliche oder gleiche Interessen, Ansichten und Recherche-Ziele haben. Manche befassen sich mit Technologien, die ich noch nicht kenne, andere besuchen Ausstellungen oder Biennalen, für deren Besuch mir die Zeit fehlt.

Manche Blog-Autoren lesen (teils ohne je Kontakt mir mir zu haben) Zeitungen und Bücher, die ich niemals alle lesen könnte. Das sind aber Leute mit interessanten Biographien, deren Meinungen und Auswahl ich sehr schätze. Andere wiederum lesen meine Blogs und mein „Lock-Buch“.:-)

Ich weiß zum Beispiel, was sie anderswo geschrieben, gepostet oder sonst wie veröffentlicht haben und wie sie meine HP´s, Verlagsprodukte etc. kommentiert/eingeschätzt haben.

Da kann es durchaus passieren, dass z. B. aktiv oder passiv eine Kaufentscheidung Kamera oder PC durch eine Web-Kommunikation eher beeinflusst wird als durch die Non-Cyber-Quellen.

Der Bedarf an wirklich gesicherter Information ist gerade heute enorm. Die Print-Medien werden durch Redaktionen und Inserate-Kundschaft unzuverlässig.

Im Netz der Weblogs ist ein neuer virtueller Raum ist entstanden, in dem ich mich jenseits von Familie, Arbeit, Betrieb neu positionieren kann.

In den letzten 8 – 10 Jahren hat sich vieles im www geändert. Nach einer vorkommerziellen Phase, die von Experten dominiert wurde, und einer Zeit der Euphorie und der Spekulation, die mit dem Zusammenbruch der New Economy endete, befinden wir uns heute im Stadium der Vermassung von Internetanwendungen.

Niemand braucht heute große Webmaster-Kenntnisse, jede(r ) ist in der Lage, ein bisschen herumzuklicken wie mit einer Textverarbeitung und sich ein Weblog, wo auch immer, anzulegen und seine Meinung und dgl. in die Cyber-Welt zu posten.

Schon 2005 überschritt die Zahl der User weltweit die Milliardengrenze, bald schon werden es doppelt so viele sein. Es ist nicht mehr die Avantgarde, die aktiv ist, die Blase der Medienleute oder Künstler. Wo früher von »virtuellen Gemeinschaften« die Rede war, spricht man heute von Schwärmen, Mobs und Herden. Die Trolls und Fakes sind ein besonderes Kapitel der Cyber-Seele(n).

Bloggen ist ein toller Baustein der Cyber-Kultur; allerdings ein weitgehend unverstandenes Massenphänomen. In den fünf Jahren seines Aufkommens ist in der akademischen Literatur bislang nur ein einziger Aspekt hervorgehoben worden: die journalistischen, meinungsbildnerischen Blogs.

Ihr Erfolg dürfte seit den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004 unbestreitbar sein. Mein Verständnis des Bloggens ist trotzdem ein anderes, es orientiert sich an dem, was ich durch mein damals angesteuertes, verfehltes Funker-Hobby erreichen wollte: Der entscheidende Spaßfaktor im Netz von heute sind nicht Nachrichten und Meinungen, sondern auch Selbstdarstellung und Selbstreflexion: Wer bin ich? Was mache ich? Wer befindet sich in meiner Gegend?

Blogging stellt manche alten philosophischen Fragen neu! Es erkundet etwas, das entsteht, wenn nichtspezialisierte Mediennutzer auf neue technische Möglichkeiten stoßen.

Man hat sich angemeldet, die Leitung steht, durch Breitbandverbindungen mittlerweile auf Dauer wie weiland die „Standleitung“ des Börsianers.

Nachdem man gesurft ist, recherchiert und vielleicht sogar geshoppt hat, stellt sich die Frage wie einst beim Tagebuch-Schreiben: Was ist eigentlich mit mir? Lebe ich oder werde ich bloß gelebt?

Diese und andere Fragen werden in allerlei „Communitiys“ und Blogger-Strukturen vielschichtig diskutiert.

Ein Blog sei ein „einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens“, schreibt Wikipedia, und bei all meiner gelegentlichen Kritik an diesem Laien-Medium Wikipedia, dieser Satz stimmt!

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