PID

Über das medizinisch Mogliche und das
menschlich Machbare

PID klingt harmlos, könnte eine chemische Formel sein.

Aber: PID ist Sprengstoff und löst heftige Debatten aus:
Für die einen steht PID für medizinischen Fortschritt,
für andere ist PID der reinste Horror.

PID steht für Präimplantationsdiagnostik,
dahinter steckt ein schweres Problem.

Die PID ist in Deutschland bisher verboten, will Eltern
helfen, möglichst gesunde Kinder zur Welt zu bringen.

Falls Eltern eine Veranlagung zu einer Erbkrankheit haben,
soll eine künstliche Befruchtung vorgenommen werden.

Prä… = Vorher werden die Eizellen untersucht. Nur solche
sollen ausgetragen werden, die von der Krankheit nicht betroffen
sind. Die Bundesärztekammer hat vorgeschlagen, diese Methode
in Ausnahmefällen zuzulassen.

Klingt im ersten Moment sinnvoll, den Eltern würde man so
doch behinderte Kinder „ersparen“.

Doch gerade diese „Qualitätskontrolle“ des menschlichen Erbguts
ist das Dilemma. Sie erlaubt doch Arzten und Eltern, über
wertes und unwertes Leben zu entscheiden. Sie dürften
quasi Gott spielen.

Da zeigt sich Fluch und Segen der Forschung.
Manche Experten sprechen eher von Fluch als von Segen.

Ich erinnere mich, wie sehr die grüne Gesundheitsministerin Fischer
sich ebenso vehement dagegen engagierte wie die christliche „Aktion Lebensrecht
für alle“.

Der Standpunkt will mir gefallen. Denn wer gibt uns eigentlich
das Recht, fragte Andrea Fischet, stellvertretend für ein ungeborenes
Kind zu entscheiden, ob es mit einer Behinderung leben will oder nicht.

Genies wie Stephen Hawking oder Jazz-Piano-Künstler wie Petruccciani
würde es nicht geben…

Da könnte eine schiefe Bahn entstehen, und das Ganze könnte aus den Fugen
geraten.

Makaber… Nach der Zeugung auf Probe wird selektiert. Heute das Downsyndrom,
morgen die Glasknochenkrankheit. Und sehr bald die Augenfarbe.

Wartet das Design-Baby schon im Labor?

Wird eines Tages die Behinderung diskriminiert?

Dürfen wir wirklich alles, was wir können?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.